| Rezension: "Goodbye Lover" |
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Original: Goodbye Lover Regie: Roland Joffé Darsteller: Patricia Arquette, Dermot Mulroney, Ellen DeGeneres, Mary-Louise Parker, Don Johnson
Von Asokan
Das einzig Fatale an der hemmungslosen Affäre zwischen den alterstechnisch auch etwas voneinander entfernten Partner ist der Umstand, daß Sandra mit Bens selbstzerstörerischem Bruder Jake (Dermot Mulroney) verheiratet ist. Dieser spürt, daß etwas faul ist, und übt sich in Mordgedanken bezüglich seiner Gemahlin, was auf Gegenseitigkeit beruht. Ben indes versucht Abstand von dem psychotischen Paar zu nehmen und geht eine Blitzehe mit seiner Sekretärin Blaine (Mary-Louise Parker) ein. Doch das Glück währt nur kurz, da die erboste Sandra ihrem Jake die Beziehung beichtet, vorauf dieser seiner Wut Ausdruck verleiht. Verzweifelt ruft Sandra nach Ben, der gleich in die Wohnung geeilt kommt. Einer der drei Figuren stirbt an dieser Stelle, was dazu führt, daß sich der zynische, clevere Sergeant Rita Pompano (Ellen DeGeneres) in den dubiosen Fall einmischt und gleichwohl zum Teil einer immer komplexeren Intrige wird, bei der niemand so recht weiß, wem er vertrauen soll und wer gegen wen im Kampf um das ganz große Geld aus der Versicherung antritt... Dies sollte auch den Lesern vorbehalten sein, die es lieben, sämtliche Wendungen einer Story bereits vorab in einem Bericht zu erfahren. Au contraire, my dear friend! Ich werde selbstredend keine der vielen Überraschungen verraten, die diese hübsch bebilderte, gut besetzte, aber für geübte Kinogänger größtenteils berechenbare Krimikomödie gerade auf diese Wendungen baut. Diese sind nicht immer logisch nachvollziehbar, machen aber den moderaten Spaß dieser Posse voller Intrigen, Sex, Mord, Verrat, Betrug, Erpressung etc. aus. Die Handlung ist jedoch alles andere als originell und zusammengeschneidert aus mehr oder minder bekannten Filmen der Schwarzen Serie, dem Kriminalfilm der 30er und 40er Jahre. Doch das mindert nicht unbedingt den Unterhaltungswert, was an dem soliden Tempo liegt, welches Regisseur Roland Joffé vorlegt. Der für „The Killing Fields“ und „Mission“ bekannte Filmemacher stapelt hier einmal mehr tief, jedoch nicht so tief wie bei dem Demi-Moore-Disaster von 1995, „Der scharlachrote Buchstabe“. Seine Arbeit hier ist handwerklich versiert, recht spannend und ansprechend umgesetzt. Keine große Leistung, aber immerhin. Die Besetzung hat ihre Höhen und Tiefen. Patricia Arquette setzt leider nur auf ihr cooles Aussehen und ihre zwei, drei unerwähnenswerten, wenn auch recht einfallsreich gefilmten Sexszenen und läßt einen ansonsten völlig kalt. Dermot Mulroney zeigt einmal mehr, daß er ein totaler Langweiler ist in der biederen Rolle des Jake. Besser ist da schon „Miami Vice“-Star Don Johnson, der für seine knapp bemessene Leinwandzeit überzeugt. Auch Mary-Louise Parker ist ansprechend verrucht wie naiv. Die beste Vorstellung jedoch liefert zweifellos TV-Star Ellen DeGeneres als scharfzüngige Polizistin, die ständig ihren dümlichen Assistenten Rollins (der amüsante Ray McKinnon) vorführt. Ähnlich wie der weit populärere Thriller „Wild Things“ (1998) baut „Goodbye Lover“ auf die Attraktivität seiner Darsteller wie auch auf den sich immer wieder drehenden Handlungsverlauf. Was dem älteren Film genüßlich-sündhaft gelang, ist hier ganz passabel durchgeführt. Also pure Unterhaltung mit leichter Kopfarbeit und manchem Augenschmaus!
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